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Noch viel zu tun

13.04.2015

Die Alpenstädte haben 2014 das Alpstar-Projekt abgeschlossen. Silvia Reppe, Initiatorin des Projekts, über grosse Ziele, zahnlose Papiertiger und darüber, warum es die Alpenstädte für den Klimaschutz braucht.

Silvia Reppe, es hätte Alpstar ohne Sie wohl nicht gegeben. Sind Sie zufrieden mit dem Ergebnis des Projekts?

Erstmals gibt mir ein Projekt das Gefühl, dass sich die Mühe gelohnt hat. Oft braucht es bei der Alpenkonvention einen langen Atem: 2006 gab es eine Deklaration, 2009 einen Aktionsplan zum Klimawandel. Um das mit Leben zu füllen, hat Deutschland ein gemeinsames Projekt für klimaneutrale Alpen vorgeschlagen. Es folgten zwei Jahre intensive, manchmal langwierige Diskussionen in den Gremien der Alpenkonvention. 2011 startete Alpstar endlich. Darauf bin ich stolz.

Was nehmen Sie aus Alpstar mit?

Die Alpenkonvention kommt vor Ort an und kann etwas bewegen. Sie muss kein Papiertiger sein. Den eigentlichen Kern der Umsetzung der Alpenkonvention bilden solche gemeinsamen Projekte auf der kommunalen Ebene, auch beim Klimaschutz. Denn letztlich sind es die Städte und Gemeinden, die tätig werden können und müssen. Projekte wie Alpstar bewirken etwas Konkretes und Positives. Die Erzählungen davon aus den Pilotregionen haben mich beeindruckt. Natürlich braucht es auch politische Unterstützung und eine Ko-Finanzierung durch die Zentralregierungen.

Hat Alpstar den Klimaschutz einen Schritt weiter gebracht?

Ja, das glaube ich. Die Projektpartner haben sich ein sehr anspruchsvolles Ziel gesetzt: die Klimaneutralität. Ganz pragmatisch sollten gute Beispiele aus einzelnen Kernbereichen zum Mindeststandard werden.
Ist die Arbeit jetzt getan?
Nein. Es ist noch einiges zu tun. Alpstar hat einen breiten Ansatz gewählt und unterschiedliche Themen in den zwölf Pilotregionen bearbeitet. Das bedeutet nicht, dass die definierten Mindeststandards im gesamten Alpenraum bekannt sind und angewendet werden.

Warum hat es die Alpenstädte gebraucht?

Die kommunale Ebene ist sehr wichtig für den Klimaschutz, weil es hier um die praktische Umsetzung geht. Das Vertrauen und die Strukturen der Zusammenarbeit unter den Alpenstädten haben zur Folge, dass positive Erfahrungen von anderen übernommen werden. Das ist auch der Gegenstand von Alpstar. Die Alpenstädte garantieren als Multiplikatoren auch die alpenweite Verbreitung der Projektergebnisse.

Deutschland führt 2015 und 2016 die Alpenkonvention. Klimaschutz ist ein zentrales Thema. Welche Rolle spielen die Alpenstädte?

Die Städte sind einer der wichtigsten Partner. Wir wollen deshalb gemeinsam Initiativen umsetzen: Zusammen mit den Alpenstädten, der CIPRA und dem Gemeindenetzwerk organisieren wir zum Beispiel im Dezember 2015 eine Tagung zum kommunalen Klimaschutz. Die Alpenstädte sollen auch zum neuen mehrjährigen Arbeitsprogramm der Alpenkonvention beitragen. Ein besonderes Anliegen sind uns gemeinsame Projekte: Ideen der Alpenstädte für das Alpenraumprogramm und ein Ansuchen um nationale Ko-Finanzierung sind sehr willkommen.

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Silvia Reppe ist Initiatorin des Alpstar-Projekts (2011 bis 2014) und ist für die Alpenpolitik im deutschen Umweltministerium verantwortlich. In den Alpen gibt es zahlreiche gute Beispiele, wie Städte und Regionen ihre Emissionen verringern und erneuerbare Energien fördern. Alpstar hat einige dieser Erfolgsgeschichten gesammelt, angepasst und getestet. Die Alpenstädte des Jahres trugen die Ergebnisse in die Gemeindestuben. Finanziert wurde Alpstar grösstenteils durch das EU-Alpenraumprogramm.

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